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Funktion des Kreuzbandes

In Deutschland kommen etwa 100.000 Kreuzbandrisse pro Jahr vor, davon mehr als 80 % beim Sport. In jedem Kniegelenk befinden sich zwei Kreuzbänder, ein vorderes und ein hinteres. Es handelt sich dabei um circa 4 cm lange, bis zu kleinfingerdicke Bänder, die kreuzförmig verlaufen.

Das vordere Kreuzband, das hinter der Kniescheibe liegt, verspannt den Oberschenkel- und den Unterschenkelknochen gegeneinander. Es ist von außen nicht zu fühlen und hält Gewichtsbelastungen von bis zu 200 kg stand. Bei normaler Funktion sorgt es dafür, dass die Bewegungen zwischen den Knorpelflächen des Kniegelenks harmonisch ablaufen, und und beugt damit einem vorzeitigen Gelenkverschleiß vor.

Verletzungsursachen

Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist eine typische Verletzung und geschieht meistens bei einer Verdrehung des Kniegelenks beim laufen. Typisch ist auch der Riss des vorderen Kreuzbundes beim Skifahren, wenn man mit der Skispitze im Schnee hängen bleibt, wodurch es zu einem abrupten Abbremsen des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel kommt. Dies führt in der Regel zu einer enormen Belastung auf das Kreuzband, dass dann nachgibt. Häufig wird ein Knacken im Kniegelenk bemerkt. Anschließend kommt es fast immer zu einer Anschwellung (Ergussbildung). Nach einer anfänglichen Schmerzphase, kann der Patient häufig ohne Schmerzen das verletzte Bein wieder belasten. Hierin liegt eine große Gefahr die Verletzung zu unterschätzen und den Riss zu übersehen. Bei einer Vielzahl von Patienten wird daher erst nach vielen Jahren die Diagnose gestellt.

Gefährliche Sportarten sind deshalb alle Sportarten mit Zweikampfsituationen und Gegnerkontakt. Die Sportart mit den meisten vorderen Kreuzbandrissen in Deutschland ist Fußball, allerdings nur deshalb, weil es die am häufigsten ausgeübte Sportart in Deutschland ist. Ein relativ höheres Risiko liegt beim alpinen Skilauf vor, ebenso beim Handball, Basketball, Judo und Ringen. Bei einem Großteil von Kreuzbandrissen findet aber kein Gegnerkontakt statt. Bei plötzlichen Richtungswechseln können die hierbei auftretenden Kräfte ausreichen, um einen Riss im vorderen Kreuzband zu verursachen. Stumpfe Hallenböden, gut greifende Schuhsohlen und moderne Schuhstollen beim Fußball sind eine mögliche zusätzliche Gefahrenquelle.

Es gibt keine wissenschaftlich fundierten Hinweise, dass mit spezifischen Maßnahmen, zum Beispiel mit Schienen oder speziellen Aufwärmübungen, ein Kreuzbandriss verhindert werden kann. Ein guter Trainingszustand der Muskulatur trägt jedoch dazu bei, das Kniegelenk zu stabilisieren. Deshalb sollten gefährliche Sportarten nur mit ausreichendem Trainingszustand durchgeführt werden (Stichwort Skitraining !).

Therapien

Die Folge eines vorderen Kreuzbandrisses ist eine Instabilität im Kniegelenk, das heißt es kann unter Belastung zu einer starken Verschiebung zwischen Unter- und Oberschenkel kommen. Dies kann zu akuten Beschwerden führen, muss aber nicht zwangsläufig. Ein Kreuzbandriss kann auch zunächst viele Jahre zu keinen wesentlichen spürbaren Beschwerden führen und unerkannt bleiben. Dennoch besteht die Gefahr, dass vermehrte Schwerkräfte im Gelenk den Meniskus oder die Gelenksknorpel über die Zeit schädigen. Es kann sich dann noch nach mehreren Jahren ein unsicheres Gefühl im Kniegelenk einstellen oder Belastungsschmerzen auftreten. In der weiteren Zeit kann sich dann ein vorzeitiger Gelenksverschleiß (Arthrose) entwickeln. Um dies zu verhindern sollte eine frühzeitige Diagnose durch klinische Untersuchung und/oder Kernspintomographie gestellt werden.

Welche Therapie nun welcher Patient idealerweise erfährt, hängt von vielen Details ab. Ein Patient mit einem isolierten Riss des vorderen Kreuzbandes (ohne Begleitverletzungen) mit einer geringen Instabilität des Kniegelenks, einem Alter über 50 Jahren  und einem niedrigen Sportanspruch, ist der ideale Patient für eine nicht operative Therapie.

Im Gegensatz dazu ist bei Patienten mit einer komplizierten Verletzung (zum Beispiel einer begleitenden Meniskus Verletzung oder einem Knorpelschaden), einer ausgeprägten Instabilität des Kniegelenks, einem Alter unter 50 Jahren und einem hohen Sportanspruch eine Operation sicherlich der bessere Weg. Insgesamt muss jedoch immer von einer Einzelfallentscheidung unter Abwägung der einzelnen Aspekte ausgegangen werden.

Generell sollte eine Operation erst dann erfolgen, wenn das Kniegelenk ausreichend abgeschwollen ist und eine weit gehend freie Beweglichkeit im Gelenk vorliegt. Eine Operation bei noch geschwollenen Kniegelenk und deutlicher Bewegungseinschränkung, ist die Gefahr deutlich erhöht, dass nach der Operation Bewegungseinschränkungen bestehen bleiben. Bei einer Operation wird eine Sehne aus dem betreffenden Bein entnommen und diese zwischen Unterschenkel und Oberschenkel gespannt eingesetzt. Im Rahmen einer Heilungsphase über mehrere Monate wächst die Sehne in den Knochen ein und bildet sich mit der Zeit zu einem lebendigen neuen Kreuzband um. Die Rehabilitationszeit beträgt 10-12 Wochen, eine sportliche Belastung sollte nicht vor sechs Monaten erfolgen.
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